Über das Entfetten in meine Kolumne für den Januar

Veröffentlicht am: Januar 26, 2019

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

neues jahr 2019 breit 1024x596 Über das Entfetten in meine Kolumne für den Januar

ich hoffe, Sie haben den Jahreswechsel gut verdaut und sind bereit für ein neues aufregendes Jahr, mit allem, was dazugehört. Dann kann es ja losgehen mit den feinen Neujahrsvorsätzen. Bei mir sind es, wie in jedem Jahr wieder unzählige. 

Vor allem drei Vorsätze wollte ich, in diesem Jahr umsetzten. Als Erstes möchte ich abnehmen, als Zweites mit einem Freund eine kleine Illustrationsfirma mit dem Namen: „Space Cadets“ gründen und nach und nach zu einem Imperium aufbauen, und last but not least, als Drittes möchte ich zum ersten Mal eine kleine Ausstellung mit meinen Zeichnungen machen. 

Mein Plan vom Letzten, wie vom vorletzten und dem Januar davor lautete: Gewichtsabnahme. Puh, das kommt jetzt unerwartet und vollkommen überraschend. Ich denke, dass ich der einzige Mensch auf der Welt bin, dem dies im Januar eingefallen ist. Der verwegene Plan im Januar 2016 war, sieben Kilo abzunehmen. Das hätte noch längst nicht zu einer Bikinifigur gereicht. Aber ich hoffte zumindest, dass meine Frau dann nicht mehr diskret das Licht löscht, wenn ich mich bettfein mache. Nun, drei Jahre später, bleiben nur noch 17 Kilogramm übrig, bis ich mein Vor-, Vor,- Vorjahresziel erreicht habe. Nach wie vor glaube ich an meine seit zwei Jahren praktizierte Methode des Kalorienzählens und werde diese auch in diesem Jahr konsequent umsetzen. Ein großes Ziel muss Rückschläge einstecken können.Leider wird es aber nicht so locker, wie in den letzten Jahren, denn die Dramatik hat sich erhöht. 

Nicht das mir hier falsche Gerüchte entstehen. Kein Arzt forderte bisher meine Gewichtsabnahme, auch nicht der, der mir eine Fettleber attestierte. Der Grund ist ein sehr trauriger. Seit ein paar Jahren kaufe ich mir immer gleich vier oder fünf Jeanshosen eines Modells. Da ich einen zweite Wahl Outletstore in Weil am Rhein entdeckt hatte, war die Versorgung mit günstigen Jeans gesichert. Nun ist es aber bei den Hosen, also den Zweien, die mir noch passen, in den letzten Wochen zu massiven Rissen im Schrittbereich gekommen.

Mit einem kleinen Loch hätte ich leben können, aber der Ort diese beachtlichen Risse war nicht mehr zu verbergen. Dies warf natürlich sofort Fragen auf. Die erste Frage, die sich mir aufdrängte, war: „Warum denn genau an der Stelle“? Primäre Geschlechtsmerkmale können nach jahrelanger eingehender Prüfung nicht verantwortlich gemacht werden. Die zweite Frage war, wie immer, wenn etwas Peinliches passiert: „Warum ich“?

Materialermüdungen machen mir immer enorm zu schaffen. Das liegt daran, dass ich immer lange Zeit brauche, um mit Neuanschaffungen eine Beziehung aufzubauen. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn mir dies gelungen ist, aber diese intime Partnerschaft sich dazu entschließt, das nun geknüpfte Band einseitig zu kündigen und dabei noch kaputt geht. 

Zum Glück habe ich kein Hygiene Problem und dusche jeden Morgen. Auch achte ich darauf, dass ich mir immer frische, gut sitzende Unterhosen anziehe und nicht mit meinen geliebten aber recht schäbigen Batmanunterbuxen außer Haus gehe. Die nachhaltige Erziehung meiner Mutter zwingt mich förmlich dazu, denn es könnte ja sein, dass ich spontan in der Notaufnahme lande und dann keine frische Unterhose anhabe. Meine Mutter hat schon recht, wer will sich schon so fühlen wie Cersei Lennister bei ihrem „Walk of Shame in Game of Thrones“.  

Ja, ja, ich Weiß was Sie, geehrte Leser, nun denken: „Ständig zeichnet er sich nackt und dann ist es im unangenehm, wenn die Unterbuxe aus seiner gerissenen Jeans rausguckt.“ Eben, dies sind genau die Widersprüche, mit denen ich tagtäglich leben muss und die mir alles so schwer machen. Zurück zum Thema um die Dramatik zu erläutern. Der zweite Wahl Jeansladen in Weil am Rhein hat zugemacht und mich so von der Rohstoffversorgung Jeans abgeschnitten. Die einzige Möglichkeit, die mir bleibt, ist, abzunehmen, da in meinem Schrank noch vier ungetragene Jeanshosen von meinem letzten, Kauf des Sonderangebotes hängen. Mein letzter Kauf war zugegebener Maßen sehr optimistisch. Denn die vier Jeans sind exakt eine Konfessionsgröße kleiner, als die, die ich in der Regel trage. Gerüchten zufolge muss man nur fünf Kilo verlieren, um auf die nächstkleinere Konfektionsgröße zu kommen. Wenn ich es also schaffe, diese fünf Kilogram abzunehmen, verschiebt sich mein Hosenproblem in eine nicht näher bestimmte Zukunft. Ein Klacks. Easypeasy. L.O.C.K.E.R.

Der zweite Vorsatz ist schon im Werden. Wir haben schon coole Künstlernamen, ein tolles Logo, eine Webseite, einen Instagram-Account, jeder einen neuen Stift und vor allem Skills, Skills und noch mal Skills. Wir haben uns schon auf eine Firmenschrift geeinigt. Ab nächster Woche bin ich sogar schon beim Finanzamt als Illustrator gemeldet. Das läuft also. Klar muss die Webseite noch gefüllt werden und vor allem sollten wir beiden uns überlegen, wie wir denn Leute dazu bringen für Illustrationen Geld zu bezahlen. Der letzte Vorsatz, der mit der Ausstellung ist etwas komplexer. 

In der Regel, zeichne ich fast jeden Tag. Da ich an Insomnie leide, (welch ein schönes Wort für senile Bettflucht), und in unerträglicher Regelmäßigkeit spätestens um fünf Uhr morgens glockenhell wach bin, fällt mir nach dem Zeitunglesen nichts Besseres ein, als zu zeichnen. Seit Ende 2005 veröffentliche ich diese Bilder dann auf meine Webseite. Das sind so im Schnitt alle 2,7 Tage eine Zeichnung, die es zur Veröffentlichung auf die Webseite schaffen. Nicht, dass es auf meinem Blog eine qualitative Auswahl geben würde, doch einige der Krizteleien, die am Frühen morgen entstanden sind, sind sehr, sehr schlecht. Von diesen fast 1800 Zeichnungen sollte doch was dabei sein, dass es Wert wäre, ausgestellt zu werden. Im letzten Jahr habe ich viel von meiner Hündin gezeichnet und nun möchte ich ihre Privatsphäre nicht noch weiter strapazieren. Klar habe ich, um ihre Persönlichkeitsrechte zu schützen, sie stets mit grüner Maske gezeichnet, aber die Verbindung von ihr zu mir sind anonym im Internet nicht so leicht zu ziehen, wie bei einer Vernissage, bei der ich vielleicht sogar körperlich anwesend bin. Nach langer Überlegung, und weil ich ja den Vorsatz abnehmen so locker hinbekommen werde, denke ich, dass meine PinUp-Serie doch sehenswert ist. Von März 2017 bis Mai 2017 habe ich täglich PinUps gezeichnet. Eigentlich wollte ich meine Fertigkeiten im zeichnen des weiblichen Körpers üben, hab mich aber wegen der anzüglichen Posen nicht getraut. Man bemerkt es innerlich dann schon, dass man statt dem Playboy als Twen die Emma gelesen hat. Da wir 2007 einen recht großen Spiegel besaßen, hab ich mich kurzerhand selbst nackig, an bestimmten Stellen überzeichnet und in PinUp-Posen gezeichnet. So mit großen Herrentitten, einem mächtigen Bauch und leider öfters auch mit einer sichtbaren Nudel. Dies passt hervorragend zu der feministischen Debatte über die Körperlichkeit. Nackte, dicke PinUp-Boys sind vielleicht nicht die Antwort, aber regen im besten Fall zur Diskussion an. Das ich mich aber selber, mit all meinen Körperproblemen karikiere, finde ich es zusätzlich noch enorm lustig. 

Wenn ich mir die Ausstellung und die Gewichtsabnahme so vorstelle, wird das ein bisschen wie die tollen Vorher/Nacher Bilder in den Arztzeitschriften werden. Den Titel habe ich schon: „The Naked Truth“. 

Ich hoffe, dass ich in der nächsten Kolumne den Ort der Ausstellung bekannt geben kann und wünsche Ihnen, liebe Leser, einen schönen Januar. 



Kommentare sind geschlossen.