Krampf mit Pfunden in meiner Kolumne für den März

Veröffentlicht am: März 12, 2019

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,
dieses erste Viertel des Jahres ist von Erfolgen nur so gekrönt. Beinahe alle meine drei Neujahrvorsätze habe ich mir tatsächlich vorgenommen. Die leichten natürlich am Anfang. Anschließend wurde am Schwierigkeitsgrad gedreht, um, vom erfolgreichen Erreichen des vorherigen Vorsatzes benebelt, die andern in Angriff zu nehmen. Am leichtesten schien mir die Gewichtsabnahme. Dies war ja auch das dringendste Ziel. Sie erinnern sich vielleicht: Wegen der vorhandenen vier ungetragenen nigelnagelneuen Hosen, die ich im Anflug von geistiger Umnachtung vor Jahren für enorm billig, (aber eine optimistische Nummer zu klein,) erworben habe. Außerdem hatten alle Jeans, die mir noch passten, an sehr ungünstigen Stellen klaffende Löcher. Von den mir vorgenommenen 17 Kilo habe ich nun schon 8,345 Kilo abgenommen. Nun, das Ziel in die Hose zu passen, habe ich tatsächlich schon erreicht. Wenn ich meinen Hautlappen ordentlich falte, dann passen mir, wenn auch recht knapp, die Hosen. Mastering of Bauchlappenorigami!
Hierbei muss ich voller Stolz erwähnen, dass ich ein Meister der Selbstmotivation bin. Vor dem ersten Diättag habe ich die ganze Nacht gesoffen und vor allem Unmengen geges- sen, um das Anfangsgewicht hochzutreiben. Dadurch stellte ich sicher, dass die Pfunde nur so purzelten und eine Abnehm-Euphorie einsetzte. Erfolg ist tatsächlich manipulierbar. Da ich mich weiter motivieren muss, greife ich immer tiefer in die Trickkiste der Selbstüber- listung.
Um mein Gewicht zu kontrollieren, wurde extra eine Digitalwaage angeschafft. Diese kann sogar mit meinem Telefon kommunizieren und mich über meine Erfolge auf dem Laufen- den halten. Da aber diese Digitalwaage meinen Gewichtsverlauf aufzeichnet, muss ich beim Wiegen immer auf der Hut sein. Eine Sekunde zu lange auf dem Ding und schon ist der Misserfolg dokumentiert. Ich habe mir angewöhnt, vor dem eigentlichen Wiegen immer nur kurz drauf zu hüpfen, um abzuschätzen, ob die vergangene Woche ein Erfolg war oder nicht. Zum Glück ist die Waage sehr stabil. Wenn sie in die falsche Richtung ausschlägt, lasse ich das Wiegen sein, um mir meinen Schnitt nicht zu versauen. So kennt mein Gewicht nur eine gerade Linie, und zwar nach unten. Leider bekommen meine Nachbarn dies indirekt auch mit. Die einen befürchten, dass die Stadt nun in unserer Gegend mit dem Fracking angefangen hat und sammeln Unterschriften, und die anderen fürchten sich, da die Flüssigkeiten in ihren Wassergläser durch die Erschütterungen immer zu schwingen beginnen, dass der T-Rex aus Jurassic Park vorbeiläuft.
Auch werden die Kommazahlen mit jedem Tag bedeutender. Die Nachkommastelle drei beispielsweise ist wichtig, da ich mir beim wöchentlichen Wiegen immer vorher die Haare rasiere. Nicht nur die auf dem Kopf, sondern alle. Sie glauben gar nicht, was dies beim Gewicht ausmacht. Gut, die Sauerei wie auch die Körperteile, die ich mithilfe von Spiegel- verrenkungen nun zu Gesicht bekomme, weil da ebenfalls noch Haare zu finden waren, sind nicht schön. Aber es behauptete schließlich niemand, außer ich, dass es einfach wer- den würde. Auch die Schmerzen, wenn man mal wieder an empfindlichen Stellen, wie den Brustwarzen, nicht aufgepasst hat beim Rasieren, sind eher abschreckend. Aber durch die Blutverdünner, die ich nehmen muss, ist der dadurch entstandene Blutverlust immer auch ein Gewichtsverlust und somit ein Erfolg. Beim Wiegevorgang selbst achte ich darauf, dass es Donnerstag ist. Dadurch, dass ich mittwochs nie ausgehe, aber durch den Stress auf Arbeit oft vergesse zu essen oder zu trinken, ist der Magen donnerstags früh schön leer.

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Wenn doch nur alles so einfach wäre wie Fett werden.

Leider nützen diese Tricks nichts, wenn man nicht auch die Nahrungsmittelzufuhr ein- schränkt. Vor der Diät habe ich gerne und viel gekocht. Einfache Sachen, aber auch sehr aufwendige Gerichte. So dauerten Soßen schon mal zwei Tage, mit Knochenauskochen und Jus machen. Seit ich abnehme, ist die Küche ein trister Ort geworden. In den ersten drei Wochen habe ich mich an einen Futterplan aus dem Internet gehalten und festgestellt, dass da nichts schmeckt. Nach und nach habe ich das Kochen aufgegeben und esse morgens nur noch Haferschleim mit Ballaststoffen und Früchten. Am Abend dann Eieromelett ohne Brot. Wie traurig kann es denn sein. Aber immer, wenn ich dann kurz vorm Heulen bin, ziehe ich die mir nun zu großen Hosen an und weine Glückstränen auf mein fettfreies Omelette. Wahrscheinlich hat Heinz Strunk doch recht: „Nichts schmeckt so gut, wie Dünnsein sich anfühlt.“In diesem Sinne, können Sie sich, liebe Leser, mein anderes schon umgesetztes Neujahrsvorhaben bei Kaffee und Kuchen ansehen, denn ich habe es tat- sächlich geschafft, meine Bilder in Bilderrahmen zu packen und an Wände öffentlich auf- zuhängen. Die sind noch bis Mitte/Ende März im JC Café zu sehen und freuen sich über Betrachter.



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