Über den Männerschnupfen in meiner Kolumne November

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

nachdem mich im letzten Monat der Campylobacter beinahe dahingerafft hat, bin ich nun schon wieder bettlägerig. Diesmal ist es noch schlimmer, vielleicht am schlimmsten. Ich habe Männerschnupfen! Nun geht es tatsächlich doch zu Ende mit mir. Nur mit einem enormen Überlebenswillen schafft man es, diese Krankheit zu überstehen. Die Männer unter den Lesern kennen diese heimtückische Krankheit in der Regel schon, außer sie wurden in einem Sauerstoffzelt und ohne Kontakt zur Außenwelt großgezogen. Das Heimtückische am Männerschnupfen ist nicht, dass er enorme Schmerzen und unfassbares Leid hervorruft, sondern, dass immer gleich der Sensenmann an der Tür klopft. Und dadurch wird einem ständig die einfache Lösung präsentiert. Nahtoterfahrungen von Überlebenden sind darum keine Seltenheit. Denn während Mann so daliegt und leidet, kommt einem das Angebot von Gevatter Tod sehr verlockend vor. Leider können Frauen diese Qualen nicht nachvollziehen, denn wundersamerweise werden sie von dieser Krankheit verschont. Was an sich schon unfair ist, da Frauen in der Regel beständig Vorteile im Leben genießen. Ich nenne hier nur mal ein paar Stichworte: Gutes Aussehen, keine Haare auf dem Rücken, Gefühlsmonopol etc..
Liebe Leser, nun versuche ich ein Experiment und ich hoffe dadurch, diese schreckliche Geisel der Mannheit, den Damen der Schöpfung mit einem sehr schwachen Vergleich erklären zu können. Männerschnupfen ist vong den Schmerzen her ungefähr so wie die Geburt eines Kindes, nur halt wesentlich schlimmer. Zum Glück gibt es Geburten, sonst hätte man keinen Anknüpfungspunkt und könnte die Dramatik eines echten Männerschnupfens nicht wirklich erklären.
Auch werden die Männerschnupfen im Laufe des Lebens dramatischer und schlimmer. Mit Anfang zwanzig konnte ich, zwar mit enormer Anstrengung, noch ohne fremde Hilfe diese Krankheit überstehen. Heute, mit dreiundvierzig bin ich auf fremde Hilfe angewiesen. Leider ist meine Frau die schlechteste Krankenschwester der Welt. Wobei ich glaube, dass sie nur deshalb schlecht ist, weil sie meine Erkrankung nie so richtig ernst nimmt. Dies merkt man am Verdrehen der Augen, wenn ich leidvoll vor Schmerzen stöhne oder an ihrem Unwillen, mir einen Tasse Teebier aufzubrühen. Aber anstatt mich mit den altbewährten Mittelchen wie Teebier und Schmerzmittel auszustatten, will sie mir ständig irgendwelche Zuckerkügelchen unterschieben, die sie von ihrer Hexe bekommen hat. Zucker bei Männerschnupfen!! Ein Skandal.
Ich bin so froh, dass sie den Beruf des Schreiners ausübt und keinen Pflegeberuf gewählt hat. Ein Glück für die Menschheit, denn sie hätte auch Ärztin werden können. Dieses Katastrophenzenario, wage ich mir noch nicht mal vorzustellen.

Apropos Tee, da ich mich ja auch als Servicedienstleister im Dienste des Lesers fühle, habe ich das berühmte Teerezept aus der Guntramstraße für Sie illustriert. Sie marschieren mit der Illustration in die Apotheke Ihres Vertrauens und ein paar Stunden später können Sie den Tee dann abholen. Aber Vorsicht, nicht alle Apotheken führen alle Zutaten. Manche behaupten sogar, dass es keine Süßholzwurzel gäbe. Lassen Sie sich nicht verunsichern, Süßholzwurzel gibt es. Ich selbst gehe immer in die Zähringer Apotheke an der Habsburgerstraße.

erkaeltungstee rezept herbal tea against cough 3 Über den Männerschnupfen in meiner Kolumne November
Dass mich diese Krankheit überhaupt hat erwischen können, liegt natürlich an dem vorgewärmten Krankheitsbett, dass der Campylobacter hinterlassen hat. Und weil diese beiden Krankheiten so nahe beieinanderliegen, wollte ich herausfinden, aus welcher Ecke mich dieses mir bis dato vollkommen unbekannte Bakterium angefallen hat. Diese korkenzieherförmigen Mistdinger werden in der Regel von Tieren auf den Menschen übertragen. Spätestens nachdem ich dies wusste, keimte ein schrecklicher Verdacht in mir, den ich aber erst mal gekonnt verdrängte. Darin bin ich im Übrigen unglaublich gut. Verdrängen ist mein Ding. Ich habe sozusagen den schwarzen Gürtel im Verdrängen. Ich kann so gut verdrängen, dass ich noch nicht einmal mehr weiß, was ich verdrängt habe. Dies macht den Kontakt zu allen Ex-Freundinnen und meiner Familie enorm entspannt.
Es könnte laut Wikipedia sein, dass die Bakterien über Nahrungsmittel in mich gekommen sind. Vielleicht habe ich das Hühnchen neulich nicht anständig erhitzt oder habe zu viel im Seepark gebadet und vom Wasser genascht. Auch könnte es sein, dass ich den Mettigel zu lange in der geheizten Wohnung habe rumstehen lassen. Aber wie das so ist, wenn der Verdacht einen immer wieder ein Körnchen des Zweifels ins Getriebe der Ursachenforschung schüttet, verwirft man eine Möglichkeit nach der anderen. Dadurch kommt man dann der wahrscheinlichsten Infektionsmöglichkeit immer näher. Zu Recht denken Sie nun an den berühmtesten Detektiven der Welt: Darkwing Duck.

Der wahrscheinlichste Grund meiner Ansteckung mit Campylobacter ist meine Hündin. Bisher dachte ich immer, dass sie nur äußerlich wahnsinnig gefährlich ist und locker einen ausgewachsenen Puma aus dem Stand zerfleischen könnte. Nun wird mir nach und nach bewusst, dass sie auch innen drin gefährlich sein kann. Ich hoffe mal für mich, dass dies keine Absicht war und ich so was wie ein nicht zu vermeidender Kollateralschaden geworden bin. So wie ich sie kenne, hat sie bewusst Entenscheiße gefuttert, damit sie Eindringlinge mit einer Campylobacterwolke wegpupsen kann. Seit dem Umzug neigt sie zu einem beängstigenden territorialen und dominanten Verhalten. Ich bin mal gespannt, wann Sie erkennt, dass ich durch den Männerschnupfen so dermaßen geschwächt und damit auch vollkommen hilflos gegen ihre Attacken bin. Kurz ich warte eigentlich nur, dass sie mich, wie Papiertaschentuch zerfetzt und mich von meinem Leiden erlöst.
Leider neige ich ja nicht zur Dramatisierung. Dies musste ich ja schmerzhaft an meinem abgelehnten Skript für den Freiburg Tatort vor ein paar Jahren feststellen. Wobei Abgelehnt ist ein zu großes Wort für „keine Antwort bekommen“. Der SWR hat mich einfach ignoriert und höchstwahrscheinlich mein sorgfältig ausgearbeitetes Drehbuch einfach in den Mülleimer ihres Windows98 Rechners geworfen. Diesen Einwurf mache ich nur, dass Sie, wehrte Leser, verstehen, warum ich an dieser Stelle den Spannungsbogen nicht mehr aufrechterhalten kann und mich nun wieder ins Bett lege, um leidend und langsam zu sterben.

Veröffentlicht am: November 18, 2017



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