Starke Frauen in meiner Kolumne im FREIeBÜRGER für den Juni

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

Sie als aufmerksame Leser, dieser kleinen Kolumne erkennen mein Leid anhand der Zeichnung auf Anhieb. Kurz und knackig: Meine Frau ist nun sehr, sehr stark. Beinahe schon so gebaut wie die berühmte She-Hulk, die sich im Gegensatz zum Hulk nicht durch Rage und animalische Wut, sonder durch Intelligenz und Kraft auszeichnet.

Sie hat es mit ihren Sporteskapaden maßlos übertrieben. Wenn ich so darüber nachdenke, ist es wie Fukushima. Da wusste man auch, dass der Bau eines Atomkraftwerkes an einer tektonischen Plattenkante nicht die beste Idee ist und völlig überraschend kam es dann doch zu einem GAU.
Bei meiner Gattin hätte ich das jetzige Ergebnis auch im Vorfeld erahnen müssen. So schmerzhaft diese Erkenntnis auch ist, ich hätte es verhindern können.
Die letzten Jahre nahm Sport in ihrem Leben eine immer größere Rolle ein. Mehr und mehr hat sie sich für Muskelaufbausport wie Yoga, Pilates und Bauch-Beine-Po entschieden und diese mit einer beeindruckenden Konsequenz betrieben. In Leipzig war sie in einem Sportverein, die die oben genannten Sportarten anboten, was ich als recht harmlos betrachtete. Das Label Verein hat mich an eine Skatrunde oder an den angestaubten Turnvater Jan denken lassen, aber nicht an einen Leistungssport. Als wir im September wieder nach Freiburg zogen, entschied sie sich für eine Muckibude im Karlsbau, vordergründig wegen des Preises, aber, wie sich nun herausstellte, wegen der Geräte. So geht sie nun mehrmals die Woche dort hin um ihren Body zu builden.

 

Zeitgleich landete sie, durch eine neue Ausbildung, im Handwerker-Milieu. (Der Trend geht übrigens zur Drittqualifikation). Dabei hat sie sich auch ein paar Verhaltensweisen angewöhnt, die bei männerdominierten Berufen üblich sind. Einige dieser Attitüden sind mir ja noch recht sympathisch, wie das Feierabendbier, die Vesper- und Mittagspause und das obligatorische Nacktbild im Spind. Aber machen wir uns nichts vor, über kurz oder lang kommt der klassische Schwanzvergleich zwischen den Lehrlingen und der verändert alles.starke frauen in meiner kolumne im freiebuerger fuer den juni 2 Starke Frauen in meiner Kolumne im FREIeBÜRGER für den Juni
Neulich musste ich im Café Atlantik mitansehen, wie meine Frau ihre armen Mitlehrlinge im Armdrücken fertigmachte. Die Tatsache, dass sie dabei noch nicht einmal angestrengt aussah, ließ in mir alle Alarmglocken läuten. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass ich noch ein paar gute Jahre habe, um sie beim Wrestling zu besiegen. Pustekuchen! Seit ich ihren Bizeps beim Armdrücken beobachtete, traue ich mich nicht mehr sie zu einem offenen Kampf herauszufordern.

Schweren Herzens muss ich mir eingestehen, dass nun die Zeit gekommen ist, wo ich ihr nach dem Sport-Ministerium und dem Maschinen-Amtsbereich auch das Starke-Schulter-Ressort in unserer Beziehung übergeben muss. Dies ist, nur so nebenbei, übrigens ein Geheimtipp für eine funktionierende Partnerschaft. Alle Bereiche des Lebens werden untereinander in Fachdezernate aufgeteilt und von da an von demjenigen bestimmt, der dieses Arbeitsgebiet belegt hat. Meine Frau ist beispielsweise für Sport (aktiv/passiv) zuständig. Seit Beginn unserer Beziehung ist sie Fachministerin für alles was mit Motoren und Benzin zu tun hat, sowohl das Finanzmysterium als auch das Ordnungsamt für Sauberkeit gehören zu ihren Zuständigkeitsbereichen. Ich hingegen habe mir das Kaffeeministerium, das Büchereiministerium (Comic), das Zukunftsministerium (Technische Gadgets) und das Forschungsministerium (Experimente und Absonderliches) aus Eigeninteresse unter den Nagel gerissen. Weiter darf man nicht vergessen zu erwähnen, dass ich für die regelmäßige Auflockerung der akkuraten Wohnlandschaft verantwortlich bin. Auch die Aufzucht der Sprösslinge (Thymian und Koriander) obliegt meinem grünen Daumen. Nun, da das Starke-Schulter-Ressort nicht mehr bei mir liegt, muss ich mir ein anderes Tätigkeitsfeld suchen, welches ähnliche Wichtigkeit hat. Denn nur wenn man in einer Sache ein Schlüsselministerium besetzt, muss man keine doofen Fachbereiche wie Müll oder das Fußmassageminister übernehmen.

Nach dem Atlantikerlebnis habe ich mich ein bisschen mit dem Thema Bodybuilding beschäftigt und nach tagelanger Recherche genau das Fachministerium gefunden, welches ähnlich unersetzbar ist, wie vorher das Starke-Schulter-Ressort. Wie allgemein bekannt, haben Bodybuilder oft so dicke Oberarme, dass sie Schwierigkeiten haben, sich mit dem für ihre Wettbewerbe dringend notwendigen Bräunungscremes, Ölen und Goldpuder einzuschmieren. Genau das ist meine Nische. Ich werde für meine Frau der Einschmiersenator für ihre Schwanzvergleich-Veranstaltungen. Klar muss ich mich da noch ein bisschen reinfuchsen und die ein oder andere illegale Substanz organisieren, aber das kann bestimmt nicht so schwierig sein, wie die ganze Zeit Fußmassagen geben zu müssen. Zudem bin ich ja ein ganz passabler Netzwerker und kann mich ja mit den anderen Männern Backstage dann über Steroide, Entwässerungsmittel, Goldtöne und Eiweiß-Shakes unterhalten. Ach ich freu mich jetzt schon.

Natürlich ist da auch eine großzügige Portion Eigennutz enthalten, wenn ich mich in puncto Körperbemalung fit mache, hege ich klammheimliche die Hoffnung endlich mal anständig verkleidet auf eine Comic-Convention gehen zu können. Dazu brauche ich nur schöne Grüne Farbe für meine Frau und einen Laborkittel für mich, um das Wissenschaftswürstchen zu spielen. She-Hulk ist zwar Anwältin und keine Schreinerin, aber das wird schon keiner bemerken.
Auch werde ich dadurch YouTube-Star und bepinsele meine Frau heimlich, während sie schläft, mit grüner Farbe um sie dann morgens zu spät zu wecken. Allein der Wutanfall würde mir die ersten Millionen Klicks auf dem Videokanal bescheren. Titel wäre „She-Hulk with strange hair attacked loving husband !“ Das würde mich reich und berühmt machen. Dann müsste ich nicht mehr auf dem Kirchentag arbeiten. Alle zwei Jahre spiele ich den polnischen Wanderarbeiter für eine BioCatering-Firma, um verklemmten schwäbischen Christinnen mit Angela-Merkel-Gedenk-Frisur Bio-Apfelschorle zu verkaufen. Bisher waren Kirchentage für mich jedes Mal der ideologische Supergau. In etwa so wie wenn ein Hardcore-Straight-Age-Veganer beim Bundestreffen der Fleischerinnung in Brunsbüttel versucht veganen Brotbelag an diejenigen zu verkaufen, die als Hobby „Büchsenwurst“ angeben. Nebenbei spielen dann noch die Wildecker Herzbuben „Herzilein“.

BRRRRRR….

Mir jagt es einen Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, dass ich im doofen Stuttgart nun vier Tage mit unendlich vielen Christen eingesperrt bin. Dieses Mal bin ich vorbereitet und habe mir schon schicke Schlagzeilen zurechtgelegt, welche ich bei meinem eventuellen Amoklauf brüllen werde. Falls Sie dann nichts mehr von mir hören, ich war der, der auf der Titelseite der BILD nackt mit einer Streitaxt Kruzifixe fällt.

Für alle die nicht den Frei(e) Bürger kaufen können hier die Kolcumne. Der Frei(e) Bürger ist eine von ehemaligen Obdachlosen sebstgemachte Straßenzeitung. Die Redaktion besteht aus drei Leuten und zwei Zwei-Euro-Jobs. Die Verkäufer kaufen die Zeitungen direkt in der Redaktion, die aus einer handvoll für 0,80 Euro pro Heft ein und verkaufen dieses dann für 1,50 Euro. Diese 80 Cent pro verkaufte Zeitung sind die finanzielle Grundlage für das gesamte Projekt. Kostendeckend ist die Zeitung bei rund 3500 verkauften Exemplaren. Die aktuelle Kolumne findet man, in der Straßenzeitung Frei(e) Bürger in Freiburg (hier).
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Veröffentlicht am: Juni 7, 2015



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