Remember, Remember the 90s in meiner Kolumne im FREIeBÜRGER für den Januar

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

gut ins neue Jahr gestartet? Den Neujahr-Katzenjammer gut überstanden? Dann kann es ja losgehen mit den feinen Neujahrsvorsätzen. Bei mir sind es, wie in jedem Jahr wieder unzählige. Vor allem einen Vorsatz wollte ich mit Ihnen hier an dieser Stelle umsetzen. Mir wurde von anderen Lesern nahegelegt, in meiner Kolumne wieder mal etwas Persönliches zu schreiben. Ein bisschen Seelenstriptease oder einen lustigen „Mario Barth“-Moment, das wär mal wieder schön. Da ich mich ja auch als Dienstleister begreife, werde ich diesem Wunsch, dieses Mal, nachkommen. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und versuche, Sie liebe Leser, nicht allein durch politische Überzeugungen zu vergraulen, sondern den Spagat von relevanten gesellschaftlichen Themen über die Spannung der persönlichen Enthüllung aufrechtzuerhalten. Viele Menschen schalten ja bei kontroversen Themen sofort ab und lesen gar nicht erst weiter, wenn Schlüsselbegriffe wie Politik, CSU, Demokratie oder Ähnliches vorkommen. Denen sage ich, haltet durch, der Gossip kommt in diesem Text nicht nur zu kurz, er reduziert sich auf mich allein. Trotzdem wäre es eine Schande, wenn ich mich sozusagen umsonst nackig mache, wenn es niemand lesen würde. Da würde ich mir ja vorkommen wie ein Kandidat im Dschungelcamp, dessen Leben letztendlich auch niemanden interessiert.

Zremember remember the 90s in meiner kolumne im freiebuerger fuer den januar Remember, Remember the 90s in meiner Kolumne im FREIeBÜRGER für den Januaruerst aber ein komisches Gefühl, von dem ich hoffe, dass es mich trügt. Die letzten Monate erinnern mich an die Zeit von 1991-1993. Auf dem Höhepunkt der Fremdenfeindlichkeit wurde das Grundrecht auf Asyl von einer zweidrittel Mehrheit im Parlament zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Stimmung in diesem Land war so fremdenfeindlich aufgeladen, dass sogar der Bundespräsident Asylbewerber in Gute und Schlechte einteilte. Die Bild-Zeitung und mit ihr an vorderster Front die CDU/CSU sprang mit Wucht auf den „Das Boot ist voll“-Zug auf und brachte ihn erst so richtig in Fahrt. Die Anschläge in Hoyerswerda, Rostock, in Mölln sowie in Solingen, zeigten eine unfassbare Eskalationsstufe von Gewalt unter anderem gegen eine Gruppe von Menschen, die in dieses Land gekommen war, um Schutz zu suchen. Die Presse und die Arschlöcher auf der Straße trieben die Konservativen immer weiter nach rechts und die reagierten darauf mit der Forderung, das Asylrecht per Grundgesetz ändern zu müssen. Hierfür übten sie massiv Druck auf die politischen Kräfte aus, die sich für die Asylbewerber und gegen Fremdenfeindlichkeit stark machten. Ich habe die letzen Tage fleissig die Stenoberichte der Sitzungen von der Änderung des G durchgelesen, um mir noch mal die ganze Stimmung der Zeit zu vergegenwärtigen. Nicht ganz überrascht war ich, als ich die Rede der Abgeordneten Ulla Jelpke am 26. Mai 1993 las, in der sie die Badischen Zeitung mit folgenden Worten zitiert.: „Die Roma sind die reinste Seuche.“ Leider konnte ich dieses Zitat nicht überprüfen, da mir a.) der Zugang zum BZ-Archiv fehlt und b.) die BZ aus dieser Zeit noch nicht digital zur Verfügung steht. Letztendlich hätte dies so oder so ähnlich in fast jeder Zeitung stehen können und zeigt ein menschenverachtendes Stimmungsbild, welches durch die ständige Wiederholung von Vorurteilen und Fremdenfeindlichkeit geprägt und verstärkt wurde. Sehen Sie hier auch Parallelen?
Mir kommt es wie Galle hoch, wenn sich dieser Tage alle Medien wundern, dass Pegida so viele Anhänger hat, die wöchentlich zu Massen kommen und dort die kruden Thesen kundtun. Ich finde, dass das Ganze einen Vorlauf hat und der ist nicht nur bei der AfD zu suchen und zu finden. Auch ein Horst Seehofer und seine CSU, die sich vor Armutszuwanderung fürchtet, die die Ausländermaut und die Deutschpflicht einführen will, hat ihren Beitrag dazu geleistet.Im Oktober des vergangenen Jahres habe ich mich näher mit den „Friedensmahnwachen“
beschäftigt und ich sehe tatsächlich Parallelen zwischen beiden Phänomenen. Zu Beginn des Jahres hatten diese Friedensdemonstrationen für Aufsehen gesorgt aber durch die breite kritische Diskussion und Auseinandersetzung vor allem mit den postulierten Verschwörungstheorien an Attraktivität verloren. Nun scheint es so, dass diese Wutbürger auf der Straße bleiben wollen und so haben sie beispielsweise aus ihrem Slogan „GEZ abschaffen“ ein „Schluss mit der Staatspropaganda. GEZ abschaffen“ gemacht. Die Frage, was die GEZ mit Frieden zu tun hat, kann ich ihnen auch nach einem Monat, in dem ich mich mit den Friedensmahnwachen beschäftigt habe, nach wie vor nicht erklären. Die Wutbürger hier wie da sehen sich als Opfer einer gleichgeschalteten Presse, die Ihre Meinung nicht berücksichtigt oder diese verdreht darstellen. Letztendlich stören nervige Fakten die gefühlte Wahrheit. Die Friedensdemo hat sich meiner Ansicht nach transformiert und übert rägt nun ihren Unmut auf den demokratischen Staat und alles „Fremde“ auf den Demonstrationen gegen Salafisten und Islamisten auf die Straße. Denn eines funktioniert immer: Wenn die Deutschen eine Krise spüren, sind die Ressentiments nicht weit und die Schuldigen für alles Ruck-Zuck gefunden. In jeder Studie über Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zeigt der Germane seine Gesinnung. Wenn man die Sozialpsychologische „Mitte-Studie“ zur Hand nimmt, sind 2014 immer noch 18 % der Befragten ausländerfeindlich und 5,6 % haben sogar ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild. Dies erschreckt mich immer noch. Interessant fand ich auch, dass Migranten nicht im Allgemeinen abgelehnt werden, viele Deutsche denken: Die bringen uns was, die sind „nützlich“. Aber jene, die die Phantasie der Mehrheit auslösen, seien grundlegend anders oder hätten ein gutes Leben ohne Arbeit und ziehen die Wut auf sich. Abhilfe schafft eigentlich nur ein mehr an Zuwanderung und eine dezentrale Flüchtlingsunterbringung, denn dort, wo Menschen mit Migranten zusammenleben, sinken die Vorurteile und die Diskriminierung signifikant. Das wäre überhaupt eine gute Idee, denn wer will denn schon ständig von Deutschen umgeben sein. Apropos umgeben. Ich bin, seit ich von einer elftägigen Tournee mit einer Freiburger Band, welche mich im Dezember kreuz und quer durch die Republik führte, von Aliens befallen. Diese würde ich am liebsten mit Stumpf und Stiel ausrotten. Auch denke ich offen über einen Gifteinsatz nach und wollte schon eine eigene Bewegung gründen, um sie zu vertreiben. Kurz und knackig posaune ich die Wahrheit nun raus, ich habe mir den ersten Fußpilz meines Lebens eingehandelt. Einen passenden Namen für die Bewegung war ich gerade am finden. Ganz weit oben in der Liste stand: „Fusspilz-Raus-für-Immer“ FRI. Auch zum fehlenden GIDA wär mir noch was eingefallen, aber da hatte die „heute“-Show den Kalauer schon in Bezug zu Freiburg benutzt. Ich kann Ihnen versichern, ich hatte noch nie solche Schmerzen zwischen meinen Zehen empfunden. Auch rein Optisch wäre der Graf von Rummelsdorf entzückt von der Pilzausprägung und enormen Anzahl der Pilze. Dadurch fühle ich mich seit Tagen wie ein Aussätziger und trau mich nur noch im öffentlichen Schwimmbad zu duschen, aus Angst meine Frau könnte vom Pilz am Fuß Wind bekommen und mich in Quarantänestation stecken.

 

Ich hoffe die Füßchen faulen mir nicht ab und der Pilz sucht sich einen anderen Wirt, der besser mit ihm umgehen kann.

 

 

 

 

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Veröffentlicht am: Januar 22, 2015



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