März Kolumne im Frei(e) Bürger

Nach wie vor gilt:
 Kauft euch den Frei(e)n Bürger und tut was fürs Karma
maerz kolumne im freie buerger 226x300 März Kolumne im Frei(e) Bürgermaerz kolumne im freie buerger 2 226x300 März Kolumne im Frei(e) Bürger

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,
als ich elf Jahre alt war und somit folgerichtig noch ein kleiner Bub, durfte ich erstmals, ohne meinen eineiigen Zwilling, ganz alleine meine erste große Reise machen. Das Ziel war damals unglaublich weit weg, aber wie das so ist, wenn man klein ist, ist alles etwas größer. Ziel war in Konstanz ein paar Tage bei einer sehr netten, gebildeten alten Dame zu verbringen. Diese nannte ich Oma Nobis, obwohl sie nicht meine Oma war. Ich hoffe doch sehr, das dies normal ist, da ich noch so eine Oma hatte, die nicht mit mir verwandt war.
Meine Motivation für die Reise war es in erster Linie Kinofilme anzusehen, die nicht meiner Altersstufe entsprachen. Aber wie das immer so war, wenn ich geheime Pläne hatte, sie wurden sofort durchschaut und ich landete in „Rain Man“ mit Dustin Hoffman und dem Scientologen Filmzwerg Tom Cruise. Also nichts mit übermäßig viel Action und Gewalt. 
Was mir bei diesem Besuch wirklich nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist, war die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft am 8. Mai 1985. Gebannt saß meine Gastgeberin vor dem Fernsehgerät und lauschte dieser Rede. Mir war dies zu Beginn recht Schnuppe. Gähn. Ich erinnere mich nicht wirklich an die Worte, sondern eigentlich nur an die Wirkung bei Oma Nobis. Sie war tief bewegt und hatte Tränen in den Augen und applaudierte am Ende der Rede gen TV-Gerät. Nach wie vor habe ich ein Gänsehaut-Feeling wenn ich an die Situation zurück denke. Dieses Erlebnis hat mein Verhältnis zum Bundespräsidenten nachhaltig geprägt. An diesem Abend wurden mir noch viele Dinge, das Land betreffend in dem ich da aufwuchs, erklärt. Sie ging mit mir die Rede Stück für Stück durch und erzählte von Ihren Erlebnissen. Auch dies hat mein Verständnis von Geschichte und den daraus zu ziehenden Lehren nachhaltig beeinflusst. Es war mein erstes Gespräch mit jemandem aus der Kriegsgeneration über Demokratie und Freiheit.
Zeitsprung. 
Eine gefühlte Ewigkeit suchte die Republik nun schon nach einem Nachfolger für Thomas Gottschalk. Der Wunschkandidat wurde hochgeschrieben und hat dann doch  überraschend abgesagt. Niemand anderer wollte die Show mehr machen. Der attraktivste Job in der Fernsehlandschaft entwickelte sich zum Ladenhüter, so als würde man jemanden zum „Bächleputzen“ suchen. Nun hat man endlich einen verpflichtet, der, so scheint es, dieser Aufgabe nicht so wirklich gewachsen sein kann. Kommt ihnen das bekannt vor?
Also ich erkenne klare Parallelen zwischen Showgeschäft und Präsidialamt. Der Nachfolger des Beleidigten-Leberwurst-Horst ist mit der BILD ins Bett gegangen und wundert sich, dass man ihm urplötzlich die Rabattmarken nicht mehr gönnt. Ich weiß nicht wie es ihnen geht liebe Leser, für mich ist dieses Kasperletheater dem Amt nicht würdig und das Gleiche gilt auch für das Kandidatenauswahlverfahren. Hau-Ruck-Herzog, Bruder Johannes und der Bundeshorst waren nicht das, was ich mir persönlich unter einem Präsi vorstelle. Auf der anderen Seite war der Rabatt-Wulff ja die logische Konsequenz dieser Reihe des Grauens. Es ist schon erstaunlich, wie alles daran gesetzt wird, dass Vertrauen und den Glauben an demokratische Prozesse zu zerstören. 
maerz kolumne im freie buerger 3 275x300 März Kolumne im Frei(e) Bürger
Oh mann… was für ein Präsi
Wieso macht man nicht eine große Castingshow aus der Präsidentenwahl? 
Wählen müssten, bei „Unser Star für Bellevue“ / „Deutschland sucht den Super-Präsi“ / „Germanys next Top-Präsi“ / „The Präsi of Germany“ / „The next Christian Wulff“ oder „Präsidenten-Talent“ die Zuschauer per Telefon, auch um die Staatsfinanzen weiter zu pimpen. Die Jury müsste mit allen noch lebenden wichtigen Persönlichkeiten der BRD angefüllt sein, also die ganzen Leute, die immer bei Talkshows und bei „Die 100 besten Dingens“ auf den Sofas sitzen.
Selbstverständlich müssten mindestens Helmut Schmidt  (wegen der Quote und dem Rauch), Iris Berben (wegen dem Glamour und des Sozialem Engagements), Herbert Grönemeyer (wegen des strukturschwachen Ruhrpottes), Martin Semmelrogge (wegen der Stimme) und Lothar Matthäus (wegen dem Witz und für Skandale) vertreten sein. 
Noch innovativer: Man könnte auch die Jury selbst casten und somit mehrere Jahre damit verbringen die geeigneten Jurymitglieder für den noch zu wählenden geeigneten Kandidaten für das Bundespräsidialamt zu finden. Bis dahin übernimmt einfach Horst Seehofer den Laden. Oder, was für eine gewagte Idee, man nimmt einen grundanständigen Menschen, der genau wegen dieser Eigenschaft ausgewählt wird. Ohne Parteien-Kalkül und Klüngel. Aber dies wäre wahrscheinlich viel zu einfach. 

No ratings yet.

Please rate this

Liked it? Take a second to support 1234rock on Patreon!
become a patron button März Kolumne im Frei(e) Bürger

Comments

Veröffentlicht am: März 15, 2012



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Blogverzeichnis - Bloggerei.de TopBlogs.de das Original - Blogverzeichnis | Blog Top Liste
%d Bloggern gefällt das: