Limonaden-Luftbrücke in meiner Kolumne Juni für den Frei(e) Bürger

Für alle die nicht den Frei(e) Bürger kaufen können hier die Kolumne. Der Frei(e) Bürger ist eine von ehemaligen Obdachlosen sebstgemachte Straßenzeitung. Die Redaktion besteht aus drei Leuten und zwei Zwei-Euro-Jobs. Die Verkäufer kaufen die Zeitungen direkt in der Redaktion, die aus einer handvoll für 0,80 Euro pro Heft ein und verkaufen dieses dann für 1,50 Euro. Diese 80 Cent pro verkaufte Zeitung sind die finanzielle Grundlage für das gesamte Projekt. Kostendeckend ist die Zeitung bei rund 3500 verkauften Exemplaren. Die aktuelle Kolumne findet man, in der Straßenzeitung Frei(e) Bürger in Freiburg (hier).

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,
auch wenn Sie es anhand meiner Kolumne nicht vermuten, neige ich zum Gutmenschentum. Entgegen meiner unzähligen Schimpftriaden, die ich an dieser Stelle schon von mir gegeben habe, empfinde ich es als meine verdammte Pflicht diese Welt, im Rahmen meiner Möglichkeiten, zu einem besseren Platz zu machen. So habe ich mich beispielsweise genötigt gefühlt mich als Schöffe beim Jugendgericht Leipzig zu bewerben, nach dem die Drecks-Nazis der NPD versuchen, mit einem Aufruf ihre Naziwichser-Anhänger dazu zu bringen das Rechtsystem zu unterwandern. Ich kann es nicht zulassen, dass diese Menschenverachter über Schuld und Sühne urteilen können. Noch ist nicht entschieden, ob ich nun Schöffe werde oder nicht, aber ich halte Sie auf dem Laufenden.
Vollkommen schockiert hingegen nahm ich mir die an palästinensische Beerdigungen erinnernde Wehklagen von Besuchern aus Freiburg zur Kenntnis. Es ging mir schwer ans Herzen und ich begann mit der Planung einer Nothilfe-Aktion, die ich ihnen nicht vorenthalten möchte.
Auch wenn Sie geehrte Leser es nicht für möglich halten werden, da Ihre Stadt von der Sonnenscheindauer bis zur Radfahrerquote immer an erster Stelle in so vielen Bundesrepublikrankings steht, ist und bleibt Freiburg ein Entwicklungsland in puncto Limonade. Diese Tatsache macht mich zutiefst betroffen, denn Limonade ist Kurz-Urlaub, Sonne und See. Überflüssig wie ein Kropf, aber irgendwie macht sie glücklich.
limonaden luftbruecke in meiner kolumne juni fuer den freie buerger 211x300 Limonaden Luftbrücke in meiner Kolumne Juni für den Frei(e) Bürger
Liebe Freiburger, Sie haben, der verifizierten Aussage von mehreren Besuchern, beim Limo-Kauf leider nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und folgerichtig nicht viel zu entscheiden. Wir hier im Limo-Wunderland müssen uns mit den köstlichsten Limonaden die Füße waschen, weil wir nicht wissen wohin mit der Auswahl. Wie Alfred E. Neuman treffend formulierte, leben Sie in Freiburg „[…] in a world […] where lemonade is made from artificial flavors and furniture polish is made from real lemons.“ Und das, obwohl das bei Ihnen herrschende Wetter eher dem Limo-Konsum förderlich wäre. Es gibt bei Ihnen nicht mal im Ansatz die Auswahl, die hier kalten Osten herrscht. Klar, wenn man nie die wohlschmeckende Johannisbeerenschorle von Lipz oder die knallgrüne Fassbrause Waldmeister getrunken hat, wird man nie wissen können, was man verpasst. Dies wird anhand einem von mir frei erfundenen Kim Jong-il-Zitat sehr anschaulich. „Wenn man keine Demokratie und Freiheit kennt, wird man beides auch nicht vermissen“. Somit ist die moralisch und ethische Komponente meines Vorhabens nicht zu unterschätzen. Da ich aber immer daran geglaubt habe, dass Menschen durch Wissen stark werden und sich selbst entscheiden können, finde ich, dass man die Stadt der Ahnungslosen, also Freiburg, nicht weiter von der Welt abkapseln darf. Sie können mich nun gerne als Kulturimperialist beschimpfen und sich wie die Yanomami-Indianer fühlen, nachdem Rüdiger Nehberg bei ihnen war. Es ist mir gleich. Auch brauche ich keine Dankbarkeit oder gar ein Denkmal. Ich sehe es, wie schon erwähnt, als meine Pflicht an, auch Ihrem südbadischen Notstandsgebiet zu helfen. Klar hilft es, wie eine Wenigkeit von einem Sendungsbewusstsein beseelt zu sein, das seinesgleichen sucht.
Ihr müsst einfach vom süßen Nektar der Limo-Welt nippen und erst dann könnt ihr euch entscheiden, ob ihr Teil dieser sein möchtet, oder eben nicht.
Zu einer Luftbrücke wird es finanziell leider nicht reichen, aber jedem Besuch wird ab nun ein Kasten Limonadenköstlichkeiten ins Gepäck geschmuggelt. Diese werden dann erstmal, im JC’s in der Klarastrasse erhältlich sein. Bis zur Etablierung des OST-Paketes habe ich euch ein Rezept gemalt, welches bei sklavischer Ausführung die erste Not lindern soll.
Gern geschehen,
Ihr
1234rock
P.S.: Auch ich möchte von ganzem Herzen dem Frei(e)n Bürger zum Geburtstag gratulieren. 15 Jahre sind echt eine Leistung. Maximum Reschpekt.
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Veröffentlicht am: Juni 19, 2013



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