Erklärungsversuche in meiner Kolumne für den Dezember

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

krass, was gerade so alles passiert, oder?

Erst der Aufstieg der AFD, dann der Brexit und nun also Donald Trump als Präsident der USA. Was kommt als nächstes? Die Zombieapokalypse?

Das sind schon echt schwere Zeiten für Optimisten wie mich. Ach, hätte ich mich doch nur, als es noch möglich war, dafür entschieden, Zyniker zu werden. Aber nein, der feine Herr wollte ja nett und adrett sein. Letztendlich ist, wie Tocotronic richtig erkannten, natürlich Michael Ende schuld daran.

Ich versuche mich nun trotzdem mal daran, optimistisch die Wahlsiege der Faktenlosen positiv deuten:

Vielleicht sind es nur die Nebenwirkungen unseres sozialen wie politischen Fortschrittes, der einigen einfach zu schnell ging. Nehmen wir allein die Lebensbedingungen, die sich in den letzten 50 Jahren in so vielen Bereichen der westlichen Welt enorm verbessert haben,  dass schon kleine Beeinträchtigungen der Komfortzonen wahrnehmbar geworden sind und wahnsinnig stören. Früher wurde halt malocht und nicht im Garten überm Weber-Grill über die neuesten Fitnesstrends geplaudert. Mit vollem Bauch lässt sich am besten jammern und klagen. Je geringer Not und Elend im Lebensumfeld auftreten, desto mehr drückt der Schuh in der mit Zimt ausgekleideten Fußbekleidung. Und beim Jammern und Klagen braucht man nun mal die ganz großen einfachen Wahrheiten. Eine zusammengewachsene, immens verflochtene kapitalistische Welt, in der ein kleiner blutiger Konflikt im fernen Afrika ausgebeutete Rohstoffe teurer werden lässt und zu einem Husten der chinesischen Wirtschaft führt, welcher dann unsere Konsumgüter verteuert, lässt sich nicht in einfache Phrasen pressen. Besser und ohne großen Aufwand geht es mit den klassischen Sündenböcken. Die müssen nur in der sozialen Hierarchie vermeintlich unter einem stehen und geklärt ist die Schuldfrage. Außerdem, ist es hilfreich auf „Die da oben“ zu schimpfen, da die eh nur lügen und betrügen. Wenn dann in unserem sehr komplexen System einer ein paar einfache Wahrheiten predigt, laufen diejenigen, die sich noch nie mit was anderem als ihrem Haus, ihrem Auto und dem doofen Nachbarn beschäftigt haben, einfach demokratisch Amok. Sie stehen auf und wählen die Rattenfänger, die ihnen die ersehnte Heilsbringung versprechen. Weil sie schlicht und ergreifend einfach Schiss haben. Schiss vor Verlust des Status Quo, Schiss vor Veränderungen, Schiss vor allem Fremden.

Angst ist bestimmt nur eine der Triebfedern, aber gerade die Angst etwas zu verlieren, führt selten zu etwas Gutem. So wählen sie also die AFD, den Brexit und den Trump. Vielleicht ist das ja auch gut so. Die gewählten Arschnasen können dann alles so richtig vergeigen und in ein paar Jahren, wenn der Rausch sich gelegt hat und der Kater mit dem Katzenjammer kommt, wird dann die Zeit vor den Wahlen als die gute alte Zeit glorifiziert. Dann wird sogar die Merkel geklont, damit man sie wieder wählen kann. Aber leider, um auf den Anfang des Absatzes zurückzukommen, habe ich nicht soviel Optimismus. Das einzige, was mir dazu einfällt ist, dass sich die Karikaturisten nun nicht mehr ganz so anstrengen müssen. Beim Zeichnen wie beim Inhalt. Es reicht bsp. ein orangenes Gesicht, ein  komischer gelber Mop auf den Kopp, kleine Hände und ein Duckface-Mund. Zack, fertig ist der mächtigste Mann der Welt. Kolumne Dezember 2016 Erklärungsversuche in meiner Kolumne für den Dezember

Ich selbst bereite mich gerade auf eine andere Katastrophe vor. Es geht wieder straigth Richtung Weihnachten. Und wie jedes Jahr erwischt mich dieses Datum, aber auch die Erkenntnis der Erwartungshaltung der anderen völlig unvorbereitet. Ich bin wohl zu gut geworden im Ignorieren von Dingen. Daran muss ich definitiv arbeiten. (Notiz an mich selbst: Sei selektiv, aber nicht ignorant.) Nun müssen also wieder Geschenke gefunden werden, die nicht auf Anhieb als schäbig zu erkennen sind. Mein Idee, Bücher aus der Stadtbibliothek auszuleihen, zu verpacken und meiner Familie zu schenken, sozusagen nur die „Gute Geschichte“ unter den Gabenbaum zu legen, ist wirklich gut, aber leider nicht praktikabel. Denn meine Familie hätte enormen Stress, die Bücher fristgerecht der Bibliothek zurückzugeben. Andererseits wäre es ein Geschenk, dass dem Besitzer eine stetige Wertsteigerung verspricht. Dagegen spricht allerdings auch, dass die doofe  Bibliothekskarte auf mich ausgestellt ist und nicht auf meine Frau. Nein, nicht was sie jetzt denken. Ich hab nicht gerne Ärger mit Behörden, wohingegen meine Frau bei dem Thema durchaus auf Krawall gebürstet ist. Andere um mich herum haben ähnliche Probleme und so sind wir vereint in der Gruppe der Weihnachtsverlierer. Was mich schon ein bisschen wohlig fühlen lässt, denn einmal im Jahr bin auch ich immer Teil von einer Gruppe. Ach, ich hätte so viele Geschenkideen, aber Weihnachten und Humor scheinen nicht allzu kompatibel zu sein und wenn man etwas wagt, was objektiv betrachtet sehr komisch ist, hinterlässt es im Nachgang immer das komisches Gefühl gehasst zu werden. Zum Glück habe ich für mich selbst schon ein Geschenk gefunden. Am 19. Dezember lege ich mich unters Messer und lass mich Vasektomieren. Tja, da sag noch einer, ich würde wankelmütig sein in meinen Entscheidungen. So muss Konsequenz aussehen, Herrschaften! Nicht rumeiern, sondern handeln. Schnippschnapp und aktiv was gegen die Überbevölkerung getan.

Auch ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass ein von mir gezeugtes  Kind durch die Chemo-Kacke, die ich bekommen habe, deppert wird. Mit einem behinderten Kind hätte ich kein Problem, aber mit einem gesunden, depperten schon. Damit könnte ich nicht gut umgehen. Ach, ich wäre ein grauenvoller Vater. Eine Mutter mit einem sehr braven Kind hat mir mal gesagt, dass Eltern die Kinder bekommen, die sie verdienen. Das hätte wohl irgendwas mit Karma zu tun. Damit kenn ich mich nun wirklich nicht aus. Aber das, was ich von diesem Karma weiß, weiß ich von der Fernsehserie „My Name is Earl“. Dort habe ich gelernt, dass dieses Karma eigentlich immer irgendwie heimtückisch ist. Von dieser Hypothese ausgehend kann ich sagen, dass mein Kind bestimmt ein Arschloch werden würde. Und selbst wenn nicht, wogegen sollte es denn in der Pupertät bei mir als Erzeuger denn rebellieren? Es bleibt ihm/ihr ja nur übrig, Raubtierkapitalist, Nazi oder Kindersoldat zu werden. Und das will ich nun wirklich weder ihm/ihr, meiner Umwelt, meiner Frau noch mir antuen. Denken Sie mal darüber nach bei der Nachwuchsplanung.

Schöne Weihnachten.

Veröffentlicht am: Dezember 14, 2016



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