Eine beleidigte OB-Wurst in meiner Kolumne März für den Freie(e) Bürger

Für alle die nicht den Frei(e) Bürger kaufen können hier die Kolumne. Der Frei(e) Bürger ist eine von ehemaligen Obdachlosen sebstgemachte Straßenzeitung. Die Redaktion besteht aus drei Leuten und zwei Zwei-Euro-Jobs. Die Verkäufer kaufen die Zeitungen direkt in der Redaktion, die aus einer handvoll  für 0,80 Euro pro Heft ein und verkaufen dieses dann für 1,50 Euro. Diese 80 Cent pro verkaufte Zeitung sind die finanzielle Grundlage für das gesamte Projekt. Kostendeckend ist die Zeitung bei rund 3500 verkauften Exemplaren. Die aktuelle Kolumne findet man, in der Straßenzeitung Frei(e) Bürger in Freiburg. 


Ein fröhliches Aloha liebe Leser,
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wie schön, dass Sie die närrische Zeit überstanden haben und nun wieder dem Ernst des Lebens entgegenblicken können. Seit ich diese kleine Kolumne schreiben darf, habe ich bewusst Randgruppen der Gesellschaft versucht zu provozieren. Ich habe gegen Hippies, Nazis, Radolfzell und Bundespräsidenten gehetzt und kein gutes Haar an ihnen gelassen. Aber absichtlich beleidigt habe ich nur Nazis.
Äußerungen, die andere als Beleidigung auffassen, sind ein öffentliches Ärgernis. Spätestens, seit der Dipl.-Sozialpädagoge Ronald Profalla über seinen nicht dem Rettungsschirm zustimmen wollenden Parteikollegen, Wolfgang Bosbach, mehrmals Kraftausdrücke wie „Scheiße“ und „Fresse“ gesagt haben soll. (Quelle: Bild vom 02.11.2011) Was hat sich das eben zitierte Massenblatt die Finger fusselig geschrieben, ob solcher Entgleisungen und ja auch zu Recht! Beleidigungen passieren, sollten aber nicht so geäußert werden, während ein Bild-Reporter mit Tonband in der Nähe ist. Was für ein Amateur, dieser Profalla! 
Ein regelrechter Profi ist dagegen der Hessen-FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn. Er hat die in FDP-Schelte geübten Medien benutzt und die Rassismuskarte gezogen. Nun kann man Rösler nicht mehr ganz normal kritisieren und ihn einfach doof finden, da der Rassismusverdacht irgendwie mitschwingt… schlau, der Herr Hahn! Leider hat es ein anderer FDPSchachzug
ein paar Wochen vorher nicht geschafft, den Brüderle zu stärken… Sexismus ist wohl doch was anderes. 

Aber zurück zum Beleidigt sein. Es bedarf ja nicht zwingend einer zuvor getätigten  Beleidigung. Hin und wieder reicht auch eine einfache Handlung eines Einzelnen oder einer Gruppe aus, um den Stolz oder das Ego von jemandem zu verletzen. Mann kann sich zum Beispiel allein schon durch die Existenz eines Amtes, wie dem des Papstes, beleidigt fühlen. Komplizierter wird es, wenn man dadurch beleidigt ist, dass man von einem Bekannten, der wiederum von seinem Bekannten gehört hat, dass es da was gegeben hätte, was extrem schlimm gewesen sei. Ein Beispiel hierfür wäre die Zeichentrickserie „PopeTown“ von 2006, die schon beleidigte Reaktionen hervorgerufen hat, als sie noch nicht mal gesendet wurde und sie auch niemand im Vorfeld zu sehen bekam. Die Sendung war qualitativ grottig und voll mit Pennäler-Humor, aber durch den medialen Aufschrei stimmte wenigstens zu Anfang die Quote.
Neuerdings haben die Beleidigten ja nun das Medium Internet auf ihrer Seite. Ein herrliches Instrument, um mal so richtig beleidigt zu sein und dies vollkommen anonym zu äußern. So Beleidigte-Leberwurst-mäßig. Shitstorm nennt man diese virusartige Ausbreitung von Beleidigt sein und es ist auch zu Recht zum Anglizismus des Jahres 2011 gewählt worden. Auch wenn Claudia Roth so einen sü.en Candystorm bekommen hat, ist ein ordentlicher Shitstorm für den ein oder anderen schon erstrebenswert. Gerade Heino, der nun eine Cover-Deutsch-Rockplatte gemacht hat, profitiert davon. Ein ordentlicher medialer Aufschrei und eine Handvoll beleidigte Musiker sichern seiner Platte den ersten Platz in den Downloadcharts. Schon der olle Kirk Douglas hat in Billy Wilders Film „Reporter des Satans/Ace in the Hole“ von 1951 festgestellt: „Bad news sells best. Cause good news is no news.“ Dieser Satz wurde in etwa so synchronisiert: „Schlechte Nachrichten gehen am besten, weil gute Nachrichten keinen interessieren.“ Nun scheint es aus der Ferne so auszusehen, als ob der Beleidigte-Leberwurst-Virus auch in Freiburg angekommen sei. 
Habt ihr tatsächlich eine Beleidigte-OB-Wurst?
Menno, da kann meine kleine Grobe-Beleidigte-Leberwurst, die sie auf dem Bildchen sehen, nicht mithalten. Da haben es diese unsäglichen Narren doch tatsächlich gewagt, des Oberbürgermeisters Amtsleiterin/Lebensgefährtin in einem geschmacklosen, sexistischen Sketch zu verwursten. Der Grüne Stadtvater hat allen Anschein nach einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Wie ein Ritter, in vermutlich glänzender Rüstung, sprang er vor seine holde Maid und später auf der Bühne, wusch er diesen unverschämten Narren ordentlich den Kopf. Die Brüderle-Sexismus-Debatte hätte diesen Faxenmachern doch eine Lehre sein müssen! Überhaupt, was erlauben sich diese Possenreißer da denn?! Seit wann dürfen die denn Amtsträger durch den Kakao ziehen? Unglaublich! Moment… ich Wikipedia das mal… ach, das war schon immer so, zumindest im Karneval. Komisch, warum hat dies denn niemand dem Salomon vorher gesagt oder ihm wenigstens einen dicken Pulli geliehen. Also, meinen hätte er haben können, leihweise versteht sich.

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Veröffentlicht am: März 15, 2013



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