Der KaJo-Robin Hood in meiner Kolumne März für den Frei(e) Bürger

Ein fröhliches Aloha liebe Leser,

während bei Pflegekontrollen im Stadtgarten das Massaker an der geköpften Illumina in Vergessenheit gerät und im Faulerbad ein blaues Handtuch vermisst wird, kämpft ein wackerer Streiter für Ungerechtigkeit einen schier aussichtslosen Kampf.
Der KaJo-Robin-Hood Sebastian Fiek von der FDP führt einen verzweifelten Kampf gegen die Enteignung von Wohnraum und für den freien Markt. Wer glaubte, die FDP sei in der Versenkung verschwunden, täuscht sich. Sie backt nur kleiner Brötchen im Nachrichtendschungel und wird von der linken Presse diskriminiert. Dieser tapfere Kämpe lässt sich nicht kleinkriegen und tritt aus dem Schatten hervor. Wie der echte Robin Hood stellt sich Sebastian Fiek vor die entrechteten Eigentümer und bläst zum Halali. Er wähnt sogar den ostdeutschen Pastoren-Bundespräsi auf seiner Seite, der die Soziale Marktwirtschaft als grundlegende Freiheit betrachtet. Man mag es diesem Kämpfer für die Entrechteten verzeihen, dass er das soziale vor der Marktwirtschaft im Eifer des Gefechtes übersehen hat, denn schließlich ging es um die Verhinderung des Zeckentfremdungsgesetz im Gemeinderat. Durch diesen kleinen Flüchtigkeitsfehler benötigte unser Held der kommunalen FDP ein anderes Adjektiv, da sich nur das Wort Marktwirtschaft alleine nicht so dolle anhört. Der Einfallsreichtum kennt im Sherwood Forest bekanntlich keine Grenzen und so kam er auf das Wörtchen LIBERAL. Wie clever und innovativ! Voller Bewunderung lese ich den durch diese Finte entstandenen Satz im Amtsblatt vom 31. Januar:
„Ein Blick auf die Vorlage zum Zweckenentfremdungsverbot zeigt, wie wichtig es ist, dass unser Staatsoberhaupt ein klares Bekenntnis zu den liberalenWurzeln unserer Marktordnung gegeben hat, damit wir durch Zwangsmaßnahmen, wie sie im Gemeinderat diskutiert wurden, nicht auf die schiefe Bahn geraten.“
Ja, genau so scharrt man die Entrechteten Freiburgs hinter sich und verhindert dass der böse Sheriff von Nottingham. Äh … die Stadt mit seinen Schergen einem das Recht auf sein Hab und Gut nimmt. Ab hier war ich schon Fan, aber es geht noch weiter und ich fühle mich beinahe genötigt einen Fanklub zu gründen. Zunächst muss man aber noch einmal auf dieses doofe Zweckentfremdungsdingens kucken, um den Ideenreichtum dieses Helden in Strumpfhosen zu verstehen. Das Zweckentfremdungsgesetz ermächtigt Gemeinden mit Wohnungsmangel dazu, eine Satzung zu erlassen. Inhalt dieser Satzung ist das Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum. Beispielsweise als Ferienwohnung oder Stundenwohnung für amouröses Gewerbetreibenden. Nur mit Ausnahmen und einer Genehmigung kann also Wohnraum in andern Zwecke als Wohnen umgewandelt werden. Der Gemeinderat hat für alle Beobachter des Geschehens vollkommen überraschend festgestellt, das die Einwohneranzahl seit 1990 stark angestiegen ist und noch überraschender ist, das der Wohnungsbedarf ebenfalls zugenommen hat. Was für eine Beobachtungsgabe, mein ehemaliger Soziologie Professor wäre entzückt. Auch, dass es in Freiburg sehr hohe Mieten gibt, wurde bemerkt.
Hat da jemand auf die Brezeln des Gemeinderates ein Erkenntnis-Serum geschmiert?
Wie bei allen Themen gibt es aber zwei Seiten, für die einen ist die Reaktion des Gemeinderates ein Lichtblick, der mit der Hoffnung einhergeht in Zukunft bezahlbareren Wohnraum in Freiburg zu ergattern, für die anderen, wie beispielsweise den Robin Fiek ist dies der Ausverkauf des Grundrechts auf Eigentum, welches im Grundgesetz als Art.14 verankert ist.
Vielleicht bezieht der Fahrlehrer-Rebell Fiek die Rede, die unser Pastoren-Bundespräsi in Freiburg gehalten hat, ja auf den Teil, als dieser meinte, dass grundlegende Freiheiten, nicht ohne Not zu opfern sind. Wie es sich für wahre Helden in Leggings geziemt, hat er natürlich nur die Überschrift des Grundgesetzesartikels über Eigentum gelesen. Verständlich, da er stattdessen vermutlich seine liberalen Pfeile schnitzen und seinen Empörungs-Bogen spannen musste. Ich wäre nicht der Dienstleister, der ich bin, wenn ich Ihnen verehrte Leser diesen klein gedruckten Wulst von wegen Sozialbindung von Eigentum nicht nachreichen würde. (G.G. Art. 14 Abs. 2 Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen). Aber blindlings in die Schlacht ziehen, zeichnet ja schließlich wahren Heldenmut aus. Er und seine vier tapferen Recken haben eine Missstand erkannt und wittern eine kommunistisch angehauchte Verschwörung.
Die Verwaltung hat nun über zehn Jahre lang den Wohnbau vernachlässigt und künstlich das Angebot an Wohnungen verknappt. Genau dieser falsche Markteingriff, der erst zu den steigenden Mieten und zu der Wohnraumverknappung geführt hat, soll nun ausgerechnet dadurch kompensiert werden, dass in die grundlegenden Eigentumsrechte der Menschen eingegriffen werden soll und diese mit staatlicher Repression rechnen müssen, wenn Sie mit ihrem erworbenen Eigentum nicht das machen, was der Staat von ihnen verlangt.“
Genau! Applaus! Applaus! Nach künstlichem Käse, künstlichen Aromen erfindet er ein neues rhetorisches Zauberformel: Künstliche Verknappung von Wohnraum. Ach, könnte ich auch so voll Inbrunst über Missstände schreiben und sie in solch knappen Worten auf den Punkt bringen. Ich würde in einem anderen Forst eine grüne Unterbuxe überstreifen, und ihm, dem, diesem Matador der Worte nacheifern. Einmal so sein wie der Rebellen Fiek, das wär mein Traum.
schlechte ideen und ihre auswirkungen in meiner kolumne oktober im freie buerger 4 1024x500 Der KaJo Robin Hood in meiner Kolumne März für den Frei(e) Bürger

Der Robin Hood für Reiche von der Freiburger FDP Sebastian Fiek

In meinem Kopf bilden sich leider Erinnerungen und Gedanken, die dieses strahlende Vorbild beflecken könnten. Zum Glück kann ich mich nicht mehr an die Position der FDP 2006 erinnern, als die Stadtbau an eine US-Heuschrecke verscherbelnd werden sollte. Aber, dafür gib es es ja das Internet. Flugs „Freiburg/FDP/2006/Stadtbau“ eingeben und … OhJe… Die FDP hat sich zwar gegen den kompletten Verkauf aller städtischer Wohnungen ausgesprochen, aber sie hat sich für einen Teilverkauf der Wohnungen eingesetzt. Auch hat sie sich nicht wegen ihres sozialen Gewissens dagegen ausgesprochen, sondern da kein „nachhaltiges und fachlich tragbares Entschuldungs- und Verkaufskonzept“ vorlag. Wenn es dies gegeben hätte, hätte die FDP zugestimmt, wie sie schon am 18. April 2006 bekannt hat. Hätte, hätte, Fahrradkette. Das ist Schnee von gestern, heute fordert mein KaJo-Robin Hood sogar, dass 15.000 neue Wohnungen geschaffen werden müssen. Von wem? Wer weiss? Vielleicht von dem ollen Merlin oder Christian Löwenherz … äh… Lindner?
Auch wenn es an den Haaren herbeigezogen scheint, habe ich eine erstaunliche Ähnlichkeit zwischen Sebastian Fiek und Sid aus IceAge festgestellt. Der treuen Leserin Luise Zorn, die sich für diesen Ausflug in die Kommunalpolitik verantwortlich zeigt, meinte zwar, dass die Ähnlichkeit eher bei dem Hörnchen Scrat liege, aber das müssen Sie, liebe Leser beurteilen. Aus diesem Grund habe ich auf dem Bildchen Sid und Scrat diesem Robin Hood für arme Reichezur Seite gestellt.
Nach wie vor bin ich für Themen von Ihnen offen. Jede gute Idee, jede verwertbare Nachricht aus Freiburg wird von mir verwurstet und mit einer dazu passenden, handsignierten Zeichnung gehuldigt. Außerdem winken natürlich Ruhm und Ehre, in dem der oder die Ideengeber auf Wunsch in dieser Kolumne erwähnt werden. Vorschläge bitte an 1234rock@gmail.com

Veröffentlicht am: März 15, 2014



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